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Bücher aus dem Norden

Aktualisiert: 10. Jan.

Das Leuchten der Rentiere von Ann-Helén Laestadius ist ein Buch, das ich in einer Ankündigung entdeckt und mit großer Neugier erwartet habe. Ich meine: Rentiere, die leuchten. Wie großartig klingt das denn? Äh, natürlich meine ich nicht die Art von Rentieren, die in der Vorweihnachtszeit in jedem deutschen Fenster und jedem ordentlichen Garten geleuchtet haben, siehe Bild. Sorry, ich war noch nicht im echten Rentierland und habe leider kein besseres Bild für euch.

Aber ihr ahnt, worauf ich hinauswill: Norden, Skandinavien, Mitternachtssonne im Sommer, nicht endende Dunkelheit im Winter. Wie mag das Leben in einer solchen Region der Extreme sein? In einer Region, in der echte Rentiere zum Alltag gehören und nicht das verniedlichte Bild, das wir uns von diesen Tieren machen.

Das Buch kam bei mir an, ich fing an zu lesenund war erst einmal enttäuscht. Die Traurigkeit, die aus der Geschichte zu mir sprach, wickelte mich ein, lähmte mich fast. Ein Gefühl, das ich nicht gebrauchen konnte, weil es das Stimmungstief, in das ich geraten war, nur vertiefte. Das Weiterlesen fiel mir gar nicht so leicht, wie ich erhofft hatte.

Aber als ich an einem besseren Tag wieder hineinlas, konnte ich kaum aufhören zu lesen. Ich kann also nur raten: Lies weiter, es lohnt sich. Was das Sámi-Mädchen Elsa erlebt, wird von der Autorin eindringlich erzählt. Nur eine gute Geschichte lässt uns so eintauchen in eine fremde Welt.

Die Autorin Ann-Hélen Laestadius weiß, worüber sie schreibt. Sie entstammt selbst einer Familie mit u. a. samischen Wurzeln, ihre Muttersprache ist Schwedisch. Anders als ich kennt sie die Polarregion und die Menschen, die dort unter außergewöhnlichen Bedingungen leben.

Das Leuchten der Rentiere von Ann-Helén Laestadius ist mein Buch des Monats Januar.

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13 Ansichten1 Kommentar

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1 則留言


Ines Balcik
Ines Balcik
1月10日

Ja, es stimmt schon, ich habe eine ganze Weile gebraucht, um wirklich in das Buch hereinzukommen. Und es hat mich ein bisschen ratlos gelassen. Einerseits ist das Thema topaktuell, letztlich geht es um Diskriminierung, um Rassismus. Trotzdem hat sich beim Lesen meiner Ansicht nach nicht alles stimmig angefühlt. Ich glaube, ich hätte mir mehr Poesie, mehr Leuchten erwartet, weniger Wunsch nach Gerechtigkeit. Lesenswert ist das Buch aber auf jeden Fall, ich jedenfalls wusste vorher so gut wie nichts über die Samen (abgesehen davon, dass sie was mit Rentieren zu tun haben und früher oft als "Lappen" bezeichnet wurden).

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